Zertifizierte LRS-Therapie nach Reuter-Liehr
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Weiterbildung zum LRS-Therapeuten


Inhalte - Aufnahmekriterien - Kosten

Seit 1991 besteht die Möglichkeit, in einer überschaubaren Gruppe von 8-14 Teilnehmern von Carola Reuter-Liehr und Alexander Tyka nach dem vorgestellten LRS-Therapiekonzept zum Legasthenietherapeuten qualifiziert zu werden.

Die Ergebnisqualität dieses Weiterbildungsganges konnte 2004 in einer unabhängigen Studie - durchgeführt am psychologischen Institut der Universität Göttingen durch Frau Daniela Unterberg - belegt werden. Dabei wurden Legastheniker - ausschließlich behandelt von Teilnehmern in Weiterbildung - in einer Follow-Up-Testung untersucht. Es konnten deutliche Langzeiteffekte nachgewiesen werden (Unterberg 2005).

Dieser Weiterbildungsgang ist am 30. 11. 2006 vom Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie, e. V. zertifiziert worden. Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung sind die Teilnehmer berechtigt, zusätzlich den Titel "Dyslexietherapeut® BVL" zu tragen.

Weiterbildungsinhalte

Organisation der Weiterbildung

Kosten für die Weiterbildung

Zertifizierungsvertrag und Fehlzeiten

Veranstaltungsort


Weiterbildungsübersicht - Behandlung von Lese-Rechtschreibstörung
OBERSTES PRINZIP: ERFOLG BEIM LESEN UND SCHREIBEN
Organisation der legasthenie-
therapeutischen  Praxis
Diagnose
Legasthenie -
Lernstörung
Therapeutische Beziehung Didaktik - Methodik Fachwissen
Material

Forschung
Supervision
Selbsterfahrung 

Räume
Einrichtungen Materialien

Therapieverträge
Datenschutz
Rechnungen Anmeldung zur Supervision
Stundenprotokolle

Aktenführung
Erfolgskontrollen
Statistiken
Zwischenberichte
Abschlussberichte

Umgang mit Kostenträgern KJHG § 35a
Zusammenarbeit 
mit der untersuchenden Stelle
Zusammenarbeit 
mit Schule
Erlasslage der einzelnen Bundesländer

Besuch von Kongressen
Vorträgen Weiterbildungen 

Berufsethik

Qualitätssicherung

Definition ICD 10 
kinder- und jugendpsychiatrische Leitlinien
Multiaxiales Klassifikationsschema
Ausschlusskriterien
Komorbiditäten 
ADS, ADHS
andere kinder- und jugendpsychiatrische Erkrankungen Ticstörungen Asperger 
emotionale Störungen

störungsrelevante Anamnese
frühkindliche Entwicklung
Sprachentwicklung
motor. Entwicklung
familiäre Situation
schulische Entwickl.
subj. Erklärungs- u.
Bewältigungsstrat. bei Kind u. Eltern Vorbehandlungen
Ressourcen

Umgang mit Tests:
Intelligenztests Wahrnehmungstests
Tests zur Früherkennung
Rechtschreibtests
Lesetests
Testanalysen
Fehleranalysen
Diktatanalysen

Beobachtungen:
Lesestrategien
Schreibstrategien
Arbeitsverhalten
soziales Verhalten
Begleitsymptome

Nullfehlergrenze

Gesprächsführung
Spiel
Atmosphäre
Motivationsaufbau

psychotherapeut. Elemente
systemische Sichtweisen
Beobachtungstraining
Verhaltenstraining
verhaltenstherapeutische Verstärker
Selbstinstruktionen
Motivationserhalt

Kontextarbeit
Elternberatung
Lehrerinformation

Strukturvorgaben
Einhalten von Ritualen
genaue Erläuterungen zum Trainingsvorgehen
Einbeziehen des Kindes in den Stundenaufbau
Akzeptanz der Persönlichkeit des Kindes

Selbständigkeits-
entwicklung

Phonemische Strategie:
Phonemstufentraining im steigenden Schwierigkeitsgrad zum Aufbau der Mitsprechstrategie im Silbenrhythmus Lautgebärdeneinsatz
Phonem-Graphem- Zuordnung
Synthese beim Lesen
Training der phono- logischen Bewusstheit
rhythmisches Syllabieren:
Silbentanzen
synchrones Sprech- schreiben
Silbenbögenlesen Lesegenauigkeit Pilotsprachetraining
Artikulationstraining
Erhöhung der audit. Aufmerksamkeit Sicherung eines korrekten inneren Sprechmusters zur Automatisierung lautgetreuen Schreibens

Morphemische Strategie: 
 Morphemsegmentierung Integration der
Begründungsstrategie bei Abweichungen von der Lauttreue 
Erhöhung des Signal- empfindens für regelhafte Abweichungen
Aufbau des logischen Verständnisses der deutschen Orthografie
Wortbedeutungen
Wortfamilien
Ausnahmekenntnisse
Aufbau eines korrekten inneren Lexikons

Stundenplanungen:
Zeiteinteilungen
gezielter Einsatz von Übungen, Material und Lernspielen im steigenden Schwierigkeitsgrad
Kleinschrittigkeit
Vielfältigkeit
Transportieren des Gelernten statt Wiederholungen

Erfolgsvermittlung

 Schriftspracherwerbsmodell 
als Grundlage 
des LRS-Förderkonzepts

Linguistik: 
Phon, Phonem, Morphem
Vokale, Diphthonge, Dauerkonsonanten, Stoppkonsonanten, Konsonantenhäufungen Anlaute/Inlaute/Auslaute

Einteilung in 
Sprechbarkeitseinheiten 
zum Aufbau eines sicheren Sprachrhythmusgefühls
Erkennen von offenen und geschlossenen Silben 
als Grundlage des Lesetrainings

Einteilung in 
Bedeutungseinheiten:
Anfangsmorpheme 
Endmorpheme
Hauptmorpheme
grammatische Endungen

Einsatz von übergeordneten Ableitungsstrategien

Systematik der dt.
Orthografie:
Häufigkeiten
Regelhaftigkeiten
Ausnahmeschreibungen
Schwierigkeitsgrade


exakte Lautanalyse zur
Materialerstellung
Visualiserung von
kognitiven Regeln
Übersichtlichkeit
methodisch-didaktisch
abgestimmte
Lernspiele

Erfolgsgrundlage

 

Vorstellen und
Einbeziehen neuester
Forschungsergebnisse zu Ursachen, Funktionsstörungen und Interventionen

Würdigung und kritische Reflexion  klassischer und alternativer LRS-Förderkonzepte

Beratung und
Entlastung des
Therapeuten
kompetente Hilfe

systemische
Sichtweise
Konzentration auf den therapeutischen Auftrag

Kenntnisse von
psychotherapeutischen
Methoden
Training von Eltern- und
Lehrergesprächen
Rollenspiele zur
Konfliktlösung

Selbsterfahrung
Hospitation in anderen legasthenie-
therapeutischen Praxen
Einzelsupervision
Video-Analysen
Life-Supervision
Gruppensupervision
lösungsorientientierte
Kurzsupervision

"Therapeut-Werden"

Seriosität Therapieplanung Transfersicherung Automatisierung Qualität Professionalität

Ziele: langfristiger ERFOLG beim Lesen und Schreiben
Eigenkontrolle des Lese- und Schreibprozesses.
Eigenverantwortlicher Umgang mit der LRS.

Carola Reuter-Liehr / Alexander Tyka 2006


Weiterbildungsinhalte (Gruppe)


Die Weiterbildung soll der Qualifizierung von schulischem Förderunterricht dienen, aber hauptsächlich die Qualifizierung von außerschulischer Legasthenietherapie sichern. Ziel ist, eine hochwertige professionelle Legasthenietherapie mit nachweisbarem Erfolg bei allen behandelten Kindern zu etablieren. 

In diesem Weiterbildungsangebot gilt es, theoretische Kenntnisse aus pädagogischen/psychologischen/linguistischen und medizinischen Fachgebieten zu vermitteln und diese stets in einen praxisrelevanten Zusammenhang zu stellen, so dass die Grundlagen für das Legasthenietherapiekonzept - welches ausführlich vermittelt wird - gelegt sind. Theoretische Vorgaben werden mit intensiven Phasen des Trainings in der Gruppe gekoppelt, so dass die Teilnehmer prozesshaft letztlich eine in sich schlüssige therapeutische Herangehensweise erfahren, welche sie wiederum befähigen soll, mit den unterschiedlichen Ausprägungsgraden einer Legasthenie sowie diversen Komorbiditäten gezielt und insofern erfolgreich in der Therapie, der Eltern- sowie Lehrerberatung umgehen zu können.

Die Ergebnisqualität der Weiterbildung steht an oberster Stelle, sie wird den sich verändernden Erfordernissen basierend auf neueren medizinischen, psychologischen und pädagogischen Forschungserkenntnissen sowie Erfahrungen aus legasthenietherapeutischer und kinder- und jugendpsychiatrischer Praxis - resultierend aus eigener Durchführung von Untersuchungen, Diagnosen, Beratungen und Therapien - und sozialpolitischen Veränderungen (z. B. § 35a KJHG, schulische Erlasslage) ständig angepasst.

Die Weiterbildungsseminare werden überwiegend von den Leitern durchgeführt. Ein Co-Trainer (Tutor), Absolvent des Weiterbildungsganges, bereits zertifiziert oder im Abschluss des Zertifizierungsprozesses begriffen, ist jeweils eingebunden. Für den Bereich der "Intelligenzdiagnostik" wird ein Diplom-Psychologe als Referent hinzugezogen, der ebenfalls die Weiterbildung zum Legasthenietherapeuten erfolgreich absolviert hat.

Das Weiterbildungscurriculum sieht eine Einteilung der Weiterbildungsseminare in Phase I und Phase II vor.

Themenschwerpunkte der Phase I

Aufbau der grundlegenden Förderkompetenz

Block 1 (4tägig): Grundlagen des Legasthenietherapiekonzepts aus Theorie und Praxis

Definition von Legasthenie, Stand der Legasthenieforschung, Schriftspracherwerbsmodelle, modifiziertes Schriftspracherwerbsmodell als Grundlage des sprachsystematischen Aufbaus des Legasthenietherapiekonzepts, konzeptbezogene Definition von Lauttreue, Einführung in die "Lautgetreue Lese-Rechtschreibförderung" zum Aufbau der lautorientierten/phonemischen Strategie, Sprachsystematik der Phonemstufen 1-6, gezieltes Wort-, Text- und Lernspielmaterial für diesen Stufenaufbau, integrierte senso-motorisch orientierte Methoden zur Strategievermittlung (Lautgebärdeneinsatz und rhythmisches Syllabieren nach Heide Buschmann), Aufbau des Strategietrainings, Zusammenfassen der theoretischen Grundlagen des Phonemstufenaufbaus aus den Erkenntnissen der Ursachenforschung (z. B. Neurobiologie), den psychologisch-pädagogischen (z. B. entwicklungsorientierter Schriftsprachaufbau) und entwicklungspsychologischen Grundlagen (z. B. phonologische Bewusstheit als Vorläuferfertigkeit)

Block 2 (2tägig): Diagnose Legasthenie

Diagnose einer Legasthenie nach ICD 10, multiaxiale Diagnostik (MAS), Einführung in testtheoretische Kenntnisse, Minimalkatalog zur Diagnose einer umschriebenen Lese-Rechtschreibstörung,  Sichtung und Einsatz verschiedener Lese- und Rechtschreibtests, Vorstellen der therapierelevanten Rechtschreibfehleranalyse dieses Konzepts, Training und Interpretation von Lese- und Rechtschreibfehleranalysen, Testanalysen im Vergleich, erste Förder- bzw. Therapieplanungen

Block 3 (4tägig): Praxisorganisation, Therapieplanungen, Methodik/Didaktik in der Legasthenietherapie

Rechtliche Grundlagen (§ 35a KJHG, schulische Erlasslage, Nachteilsausgleich), Praxisorganisation (Datenschutz, Schweigepflichtsentbindungen, Therapieverträge, Stundenplanungen und -protokolle, Supervision, Honorierung, Praxiseinrichtung), Einführung in eine detaillierte Therapieplanung (verhaltenstherapeutisch orientiert), ausführliche Förder- bzw. Therapieplanungen anhand konkreter Fälle aus der Gruppe nach vorliegenden Diagnoseunterlagen (Hypothesenbildung, Psychodynamik, LRS-Status, Start an der Nullfehlergrenze im Schriftsprachaufbau, notwendiger Methodeneinsatz, Beziehungsgestaltung), gezielter methodisch-didaktischer Aufbau von Förder- bzw. Therapiestunden einschließlich Materialerstellung, integriert sind vertiefende Übungen zur fehleranalytischen Auswertung von Lese- und Rechtschreibtests sowie Übungen zum Erkennen des individuellen Entwicklungsstandes des Kindes beim Schriftsprachaufbau

Die Weiterbildung basiert auf einem hohen Praxisanteil. Das Curriculum wird insofern nach Phase I und Einstieg in die Praxis durch intensive Einzelsupervision bei der Leiterin, Frau Reuter-Liehr, Hospitation in legasthenietherapeutischen Praxen, die bereits zertifiziert sind, Life-Supervision und/oder Video-Analysen durch die Leiterin ergänzt. Der Einstieg in die Praxisphase ist zwingend für die Teilnahme an der Phase II, da sonst wenig Bezug zu den folgenden Inhalten hergestellt werden kann.

Themenschwerpunkte der Phase II

Erweiterung der therapeutischen Kompetenz

Block 4 (4tägig): Fortsetzung des Legasthenietherapiekonzepts im Regel- und Speicherbereich, Erfolgskontrollen, Berichterstattung, verhaltenstherapeutische Verstärkung, Gruppenfallsupervision 

Fortsetzung des sprachsystematischen Aufbaus des Behandlungskonzepts für das Training der orthographisch/morphemischen Strategie, Erhöhung des Signalempfindens beim legasthenen Kind für von Lauttreue abweichende Verschriftungen, gezielte Hinführung zum Training eigenständiger Strategieüberprüfung durch das Kind, konzeptimmanente Erfolgskontrollen nach erreichten Lernabschnitten, Erfolgskontrollen mit normierten Lese- und Rechtschreibtests, Berichterstattung für untersuchende Stellen und Kostenträger, Inhalte des vertraglich vereinbarten Gesprächs nach der Probezeit mit Eltern und Kind, gezielte verhaltenstherapeutische Verstärkung in der Legasthenietherapie, Gruppenfallsupervisionen nach dem Strukturmodell einer Lernstörung von Betz/Breuninger unter systemischen Gesichtspunkten

Block 5 (6tägig): Intelligenzdiagnostik, Aufbau therapeutischer Kompetenz - Einführung und Training der nicht-direktiven Methode nach Carl Rogers, Integration offener Ich-Botschaften nach Gordon, Eltern- und Lehrerarbeit

Testtheorie, Vorstellen und Sichten einzelner Verfahren zur Einschätzung der Lern-Leistungsmöglichkeiten des Kindes, Bedeutung der Intelligenzdiagnostik für die Legastheniediagnose und -therapie, Kurs zum Training wertfreier Beobachtung von Verhalten als Grundlage für eine flexible therapeutische Handlungsfähigkeit, Einführung und Training der nicht-direktiven Methode nach Carl Rogers, Erkennen von Problemeigentümerschaften und Formulieren offener Ich-Botschaften nach Gordon, Integration emotionaler Verbalisierungen und offener Ich-Botschaften in Therapie und Beratungssituation, Aufbau einer therapeutischen Grundhaltung, Training konfliktbelasteter Gesprächssituationen in der Eltern- und Lehrerberatung, Fortsetzung der Gruppenfallsupervisionen

Block 6 (2tägig): Kinder- und jugendpsychiatrische Erkrankungen, Eltern- und Lehrerberatung, Abschied in der Legasthenietherapie

Vorstellen verschiedener kinder- und jugendpsychiatrischer Erkrankungen, die mit Legasthenie gekoppelt auftreten können: ADHS, ADS, Angststörungen, emotionale Störungen, Asperger/Autismus etc., spezifischer therapeutischer Umgang bei Vorliegen einer Komorbidität, Zusammenarbeit mit Eltern und Lehrern, Gruppenfallsupervision, Abschluss und Abschied in der Legasthenietherapie

Während der Phase II und danach folgt eine in der Regel mehrjährige Weiterbildungsbegleitung durch Einzel- und Gruppensupervision mit dem Ziel, die legasthenietherapeutische Praxis unterstützend zu beraten und vom Teilnehmer erfolgreich abgeschlossene Therapien in Fallberichten zu dokumentieren.

Die Besonderheit dieser Weiterbildung besteht u. a. darin, dass die Teilnehmer ein den gesamten Schriftspracherwerb umfassendes, in sich schlüssiges und wissenschaftlich mehrfach überprüftes LRS-Behandlungskonzept vermittelt bekommen und die dazu erforderlichen Materialien zur Verfügung stehen. Ferner wird die Effizienz der von den Teilnehmern durchgeführten Therapien durch gemeinsame Therapieplanung in fortlaufender Einzelsupervision, ausführlicher Dokumentation des Behandlungsverlaufs und des erreichten Therapieabschlusses kontrolliert. In diesem Zusammenhang hat sich eine dialogische Praxisbegleitung nach dem Prinzip, die therapeutische Arbeit eines jeden LRS-Therapeuten inhaltlich und emotional zu unterstützen und die Verantwortung für den Behandlungsverlauf gemeinsam zu tragen, außerordentlich bewährt.

Flussdiagramm der Ergebnisqualität des gesamten Weiterbildungsganges

Flussdiagramm Weiterbildung

Organisation der Weiterbildung


Seit 2002 wird der Weiterbildungsgang in der hier beschriebenen flexiblen Form angeboten. Interessierte können an den zu Beginn der Weiterbildungsreihe stattfindenden vier Einführungstagen in das Behandlungskonzept der "Lautgetreuen Lese-Rechtschreibförderung" (Block 1) teilnehmen. Daraus erfolgt keine Verpflichtung für eine Fortsetzung der Weiterbildung, die Teilnahme dient aber dem gegenseitigen persönlichen Kennenlernen und der Entscheidungsfindung, ob das angebotene Konzept und seine praktische Umsetzung eigenen Vorstellungen entspricht.

Um das Behandlungskonzept der "Lautgetreuen Lese-Rechtschreibförderung" als Basistraining im schulischen Förderunterricht oder anderswo sinnvoll einsetzen zu können, ist es notwendig, die zwei folgenden Weiterbildungstage "Diagnose Legasthenie und erste Therapie- bzw. Förderplanung" (Block 2)  anzuschließen. Auch danach besteht die Option zum Beenden oder Fortsetzen der Weiterbildung. 

Weitere 4 Tage weisen in die Praxisorganisation ein, differenzieren Gelerntes und verfeinern die praktische Umsetzung (Praxisorganisation, vertiefende Therapie- und Stundenplanungen - Block 3).

Nach insgesamt 10 Weiterbildungstagen (Phase I) ist der Einstieg in die therapeutische Arbeit unter Supervision möglich und erforderlich.

Alle Teilnehmer erhalten nach jedem Kursabschnitt eine inhaltlich detaillierte Teilnahmebescheinigung.

Das weitere Vorgehen lässt Möglichkeiten offen auch einen individuellen Qualifizierungsweg zu finden, der gemeinsam besprochen wird. Dieser Weg richtet sich nach den bereits vorhandenen Qualifikationen. Dazu wird ein Zertifizierungsvertrag geschlossen, der die Voraussetzungen zur Teilnahme an der Zertifizierung belegt, die Absicht des Teilnehmers dokumentiert, die Weiterbildung mit einem Zertifikat abzuschließen, und die notwendigen Modalitäten zum Erreichen des Abschlusses festhält.  

Kriterien zur Teilnahme an der Zertifizierung

Die Teilnahme an der Zertifizierung erfordert die Voraussetzung einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Pädagogen (Diplompädagogen, Sonderpädagogen, Lehrer, Sozialpädagogen, Heilpädagogen) Sprachheiltherapeuten (akad. Sprachtherapeuten, Logopäden, Stimm- und Sprechtherapeuten), Psychologen (mit Erfahrungen im diagnostischen und/oder psychotherapeutischen Bereich) und anderen ähnlichen Berufen mit langjähriger Therapie- bzw. Unterrichtserfahrung. In Ausnahmefällen kann die persönliche Eignung Grundlage der Weiterbildung sein. Dies wird in einem gemeinsamen Gespräch nach dem gegenseitigen Kennlernen mit den Leitern geklärt, spätestens jedoch nach Abschluss der Weiterbildungsphase I (s.o.). 

Die Leiter behalten sich das Recht vor, die Teilnahme an einer Zertifizierung abzulehnen. 
  

Erlangung eines Zertifikates

Zur Erlangung eines Zertifikates ist die vollständige Teilnahme der Weiterbildungsseminare der Phase I und Phase II notwendig. Eine nach dem 22. Weiterbildungstag abschließende Teilnahmebescheinigung belegt das Erreichen dieses Abschnittes.

Zusätzlich ist ein eigenes Literaturstudium von 15 Std. verbindlich. Eine ständig aktualisierte Literaturliste liegt vor.

Ferner sind Einzelsupervisionssitzungen von mindestens 50 Std. - überwiegend bei der Leiterin - erforderlich. In der Supervision müssen mindestens 6 Therapien mit ausführlicher Darlegung der Ausgangssituation der Kinder zwecks gemeinsamer Therapieplanung angemeldet, die Therapieverläufe anhand eingesetzter Erfolgskontrollen besprochen und die Therapieabschlüsse gemeinsam reflektiert werden, dies um den nötigen Erfahrungshintergrund für eine individuelle und flexible Therapiegestaltung zu gewährleisten. Es gehören ebenso mindestens 2 Hospitationen der Leiterin in Therapiestunden (Life-Supervision) mit anschließender detaillierter Besprechung und/oder Video-Analysen von Therapiestunden dazu. Einzelsupervisions- sowie Hospitationsstunden werden ebenfalls bescheinigt. Ferner sind 20 Stunden Hospitation einschließlich Besprechung in anderen legasthenietherapeutischen Praxen, die nach dem vermittelten Therapiekonzept arbeiten und bereits zertifiziert sind, nachzuweisen.

Abgabe von 3 schriftlichen Fallberichten zum Abschluss

Beendet wird die Weiterbildung nach Abgabe und Annahme schriftlicher Fallberichte über 3 unter Supervision erfolgreich abgeschlossene Therapien von Kindern mit legasthenen Störungen. Der Erfolg der Therapie richtet sich nach dem erreichten Lernstand des Kindes in seinem Kompensationsprozess zur Überwindung seiner Legasthenie (mindestens durchschnittliche Abschlussergebnisse in Lese- und Rechtschreibtests im Vergleich zur Altersgruppe und belegter Transfer in die Schule), wird aber an seine individuellen Möglichkeiten und Lebenssituation gekoppelt beurteilt. Letzteres erfolgt in der Supervision durch die Leiterin.

Für die Fallberichte liegt eine verbindliche Gliederung vor, der Umfang umfasst jeweils ca. 25-30 Seiten. Die Fallberichte belegen die für eine erfolgreiche Durchführung einer Legasthenietherapie erforderlichen Kenntnisse aus Theorie und Praxis, stellen anschaulich die Verbindung zwischen Theorie und Praxis dar durch Darlegung der Ausgangssituation (Diagnose) und der exakten Beschreibung notwendigen legasthenietherapeutischen Vorgehens verbunden mit differenzierten Erklärungen von Zusammenhängen, die auch mit Literaturangaben ausgewiesen sind. Sie dokumentieren anschaulich die erworbene Kompetenz des Legasthenietherapeuten in Theorie und Praxis und ersetzen somit eine eher theoretisch ausgerichtete Prüfung.  

Die LRS-Therapien werden bereits während der Weiterbildung gegen Honorar durchgeführt.  

Das Zertifikat wird von den Leitern ausgestellt und berechtigt zur eigenständigen Durchführung von Legasthenietherapien nach dem vorgestellten und trainierten Behandlungskonzept, ferner zum Führen des Logos "zertifizierte LRS-Therapie nach Reuter-Liehr" und seit dem 31. 11. 2006 nach der Zertifizierung des gesamten Weiterbildungsangebots durch den Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie, e. V. auch zum Führen des geschützten Titels "Dyslexietherapeut® BVL"

Stundenanteile der gesamten Weiterbildungsreihe

Insgesamt werden 22 Weiterbildungstage angeboten.

Die Weiterbildung findet jeweils zweitägig donnerstags und freitags von 10-18 Uhr (2 Std. Mittagspause) in Gruppen statt. Die ersten 6-10 Weiterbildungstage (Phase I, Blöcke 1-3) folgen relativ rasch gestaffelt in 1-2monatigen Abständen. Es folgt der Einstieg in die Praxisphase mit Einzelsupervision und Hospitation, um von Beginn an einen erfolgreichen Einstieg in die praktische Arbeit zu gewährleisten. Die Gruppentage werden dann - meist in neuer Besetzung der Gruppenteilnehmer - in drei weiteren Blöcken von 4, 6 und 2 Tagen (Phase II, Blöcke 4-6) fortgesetzt. Die Gesamtdauer der Weiterbildungsreihe ist auf 3-4 Jahre angelegt. Im Sommer gibt es zwei freie Ferienmonate (Juli/August) und der Monat Dezember wird ebenfalls freigehalten. Schulferien werden möglichst berücksichtigt. Die Gesamtdauer der Weiterbildung umfasst in der Regel 4-5 Jahre, längstens 7 Jahre.

Bei Teilnahme an 22 Weiterbildungstagen, der Einhaltung der Praxis bezogenen notwendigen Weiterbildungsanteile sowie Aufwendungen für den Abschluss der Zertifizierung kommen mindestens folgende Stundenanteile zusammen:

  • 176 Unterrichtsstunden in der Gruppe (132 Zeitstunden)
  • 15 Stunden Literaturstudium
  • 50 Stunden Einzelsupervision (erfahrungsgemäße Mindeststundenanzahl) einschließlich zwei Life-Supervisionen und/oder Videoanalysen
  • 20 Stunden Hospitation einschließlich Besprechung in therapeutischen Praxen
  • ca. 500 Stunden Nachweis legasthenietherapeutischer Arbeit (mindestens 6 Therapieverläufe)
  • ca. 60 Stunden Fallberichtserstellung und -bearbeitung

Insgesamt: 782 Stunden Mindestaufwand 

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Kosten für die Weiterbildung


Die Tagesgebühr beträgt 155 €. Neben den Honoraren für Leiter und Co-Trainer sind Honorare für zusätzliche Referenten, Raumkosten, Kopier- und Materialkosten sowie Verwaltungsgebühren enthalten. Für Kaffeepausen wird gesorgt. Gebühren werden im Voraus beglichen.

Einzelsupervisionsstunden sowie Hospitationen durch die Leiterin bei den Teilnehmern einschließlich Reisekosten bei außerhalb wohnenden Teilnehmern werden gesondert in Rechnung gestellt. Das Honorar für eine Supervisions- bzw. Hospitationsstunde bei den Leitern beträgt zur Zeit 50 €. Die Bearbeitung und Besprechung der Fallberichte, die Sichtung der Unterlagen (Stundenprotokolle, Materialien, Tests etc.) werden ebenfalls in Rechnung gestellt.

Bei Zahlungsverzug und erfolgten Mahnungen kann von den Leitern ein Abbruch der Weiterbildung beschlossen werden.

Die Teilnehmerzahl pro Gruppe beträgt mindestens 8, maximal 14 Personen. Bei Verringerung der Teilnehmerzahl unter 8 ist eine Neuberechnung der Tagesgebühr notwendig.

Es fallen im Laufe der Zeit (erfahrungsgemäß mindestens 4 - maximal 7 Jahre) folgende Kosten an:

22 Weiterbildungstage à 155 € 3410 €
Variable Kosten:
Supervision mind. 50 Stunden à 50 €
(einschließlich Life-Supervision / Videoanalyse, ca. 6 Std.)
2500 €
Fallberichtsbearbeitung u. Besprechung, ca. 18 Std. à 50 € 900 €
Gesamt 6810 €
Hinzu kommt das Honorar für die Besprechungszeiten nach erfolgter Hospitation in legasthenietherapeutischen Praxen.

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Zertifizierungsvertrag und Fehlzeiten


Für jeden Block (2-6 Weiterbildungstage umfassend) wird eine für beide Seiten verbindliche schriftliche Vereinbarung getroffen. Die Weiterbildung kann insofern nach jedem Block beendet bzw. unterbrochen werden.   

Nach Abschluss der Phase I, Block 1-3 (10 Weiterbildungstage) wird der sich anschließende Zertifizierungsprozess gemeinsam besprochen und vertraglich festgehalten. Es werden insgesamt 22 Weiterbildungstage angeboten, die in der Regel verbindlich sind. Bei nachweislichem Vorliegen entsprechender Qualifikationen (beispielsweise durch Psychotherapieausbildung) kann eine Kürzung in der Phase II, Block 4-6 (12 Weiterbildungstage) vorgenommen werden.

Auch bei Nichterscheinen zu Gruppenveranstaltungen - egal aus welchem Grund - ist die vereinbarte Gebühr zu bezahlen. Zur Erlangung eines Zertifikates müssen Fehlzeiten in einer Folgegruppe nachgeholt werden, diese Teilnahme erfolgt ohne zusätzliche Kosten.

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Veranstaltungsort


Die Weiterbildungsseminare sowie Einzelsupervisionssitzungen finden in der Regel in eigener Praxis (ca. 145 qm) in der gesamten unteren Etage eines dreistöckigen, denkmalgeschützten Hauses statt. 

Adresse: Stiftsplatz 1, 37176 Nörten-Hardenberg


Bild 1: Haupteingang der Praxis

     

Bild 2 und 3: Seminarraum


Bild 4: Wintergarten für die Kaffeepausen



Bild 5 und 6: Supervisionsraum/Therapieraum/Kleingruppenraum

Eine Verlagerung des Blockes 1 - vier Einführungstage - nach Rottweil (Baden-Württemberg) hat bisher einmal stattgefunden.


bkjpp-Seminar vom 07.11.09 Material

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